Kennen Sie die Richard Neutra Siedlung in der Quickborner Marienhöhe?

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Das Designwunder aus den sechziger Jahren

Wer in den sechziger Jahren eines der Design-Häuser des aus Österreich stammenden Architekten Richard Joseph Neutra in der Marienhöhe kaufte, machte sich schon damals ein einzigartiges Stück architektonischer Kunst zu eigen.

Sein Baustil zeichnet sich durch Offenheit und Großzügigkeit aus: Bodentiefe Fenster und Glasschiebetüren, welche die Terrasse ins Wohnzimmer holen, die Grundrisse sind diagonal angelegt, so dass sie immer wieder neue Perspektiven erlauben und zudem den Garten, die Bäume und die Umgebung in das allgemeine Wohngefühl mit einbeziehen. Und trotz all dieser Offen- und Großzügigkeit bleibt der Einblick von außen verwehrt. Betrachtet man die Häuser von der Straße wirken sie eher unspektakulär. Erst von innen wird man ihrer großzügig gewahr. Dieses zeugt von der bewussten Planung eines erfahrenen Architekten.

Neutra Bungalow Quickborn Marienhöhe Teammakler
Ein Bungalow des angesehenen Architekten Richard Neutra in der Quickborner Marienhöhe

Durch die Siedlung führt eine verkehrsberuhigte „Hauptstraße“, von der überall kleine Sackgassen abgehen. Entlang dieser Straße und den Gässchen stehen die Häuser. In der Regel immer etwas von der Grundstücksgrenze zurück gelegen, sind sie niedrig bis halbhoch eingepflanzt, so dass ein großzügiger Gesamteindruck entsteht.

Denkmalschutz für Neutra Bungalows

Die knapp 70 Häuser der Siedlung wurden 2005 unter Denkmalschutz gestellt. Dieses führte zu einem erheblichen Protest einiger Hausbesitzer, von denen einige vor Gericht gegen die Unterschutzstellung klagten. Hintergrund hierfür war, dass damit bauliche Erweiterungen und Umbaumaßnahmen und zudem energetische Sanierungsmaßnahmen deutlich erschwert würden. Ein Anwohner bemängelte, dass die Häuser ursprünglich für das kalifornische Klima, dort wo der Architekt lebte, konzipiert worden seien. Ohne jegliche Anpassung an das Norddeutsche Klima seien die Häuser dann 1:1 in den sechziger Jahren Quickborn erbaut worden. Die Häuser verfügten daher nicht über die notwendige Wärmedämmung, wären oft kalt und zugig.

Die Eigentümer befürchten durch die Unterschutzstellung einen Verfall ihrer Grundstücks- und Gebäudewerte. 2006 errangen sie vor Gericht einen Etappensieg: Der Denkmalsschutzbehörde wurde vom Petitionsausschuss des Landtags empfohlen, die Neutra -Siedlung nur als „Denkmalschutzbereich“ einzustufen.

Laut dem Landeskonservator Helmut Behrens sei Wärmedämmung absolut möglich. Er empfehle entweder einen qualifizierten Architekten einzuschalten oder sich kostenlos von der Unteren Denkmalpflege des Kreises Pinneberg beraten zu lassen.

Trotz dieser Einschränkungen erfreuen sich die Häuser der Neutra-Siedlung nach wie vor großer Beliebtheit bei Jung und Alt. Kein Wunder, denn wer hier einmal wohnt, möchte hier so schnell nicht wieder weg.

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